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09.09.2010

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17.06.2010

Volker Kauder

Erinnerung an den 17. Juni 1953: Keine Ideologie darf sich den Menschen zum Untertan machen




Volker Kauder erinnert an den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953. Die Menschen im Osten unseres Landes hätten damals außergewöhnlichen Mut bewiesen, sagt Volker Kauder in seinem Podcast. Der Volksaufstand gehöre zur Wiedervereinigungsgeschichte von 1989.


Hallo, hier ist wieder Volker Kauder und ich berichte aus meinem politischen Tagebuch.

Der 17. Juni 1953 ist eines der Schlüsselereignisse unserer Geschichte. Der Volksaufstand in der damaligen DDR gehört zur Wiedervereinigungsgeschichte von 1989 und 1990, auf die wir heute so stolz sein können. Es entspricht diesem historischen Rang, dass der Deutsche Bundestag in Zukunft regelmäßig an die Erhebung im Osten Deutschlands erinnern wird. Das ist ein Erfolg unserer Bundestagsfraktion von CDU und CSU.

Vor 57 Jahren haben die Menschen im Osten Deutschlands außergewöhnlichen Mut bewiesen. Über eine Million gingen damals in der gesamten DDR für die Wiedervereinigung unseres geteilten Landes, für freie Wahlen und gegen die Unterdrückung durch das SED-Regime auf die Straße. An mehreren hundert Orten in der DDR kam es zu Protesten. Der SED-Staat konnte den Aufstand nur mit Hilfe von etwa 20.000 sowjetischen Soldaten und Panzern niederschlagen. Rund 1.600 Menschen wurden damals zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt, über 50 Menschen erschossen, sieben hingerichtet.

Die Stasi baute in den folgenden Jahren ihr enges Bespitzelungs- und Überwachungsnetz aus, das Ulbricht-Regime errichtete 1961 die Mauer, um die Flucht der Menschen in die Freiheit zu verhindern. Aber die Bürgerinnen und Bürger der DDR ließen sich nicht dauerhaft einsperren und unterdrücken. Knapp 35 Jahre nach dem Aufstand vom 17. Juni 1953 demonstrierten sie wieder in Massen. Diesmal blieben die sowjetischen Truppen ruhig und die friedliche Revolution der Menschen in der DDR brachte 1989 und '90 die deutsche Einheit.

Auch im Jahr 21 der deutschen Einheit gedenken wir derjenigen, die sich mit Courage bereits 1953 dem SED-Unterdrückungsregime entgegengestellt haben und für die Einheit und Freiheit eingetreten sind. Wir sind ihnen zu tiefem Dank verpflichtet.

Wir Deutsche können heute endlich in Frieden und Freiheit leben. Daraus erwächst uns die Verpflichtung, uns auch international gegen Unterdrückung, für die Freiheit und die Menschenrechte einzusetzen. Dazu verpflichtet uns nicht zuletzt auch unser christliches Menschenbild. Nach diesem ist der Mensch zur Freiheit geboren. Niemand darf ihm seine Würde nehmen. Keine Ideologie darf sich den Menschen zum Untertan machen.

Und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende.


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Erinnerung an den 17. Juni 1953: Keine Ideologie darf sich den Menschen zum Untertan machen

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